Was machen eigentlich Hummeln?
Was machen eigentlich Hummeln?
Wenn im Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen den Garten erwärmen, sind sie die ersten aktiven Bestäuber: Hummeln. Doch ihr Lebensraum wird immer knapper. Erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Maßnahmen wie einem Hummelhaus, Hummeltränken und den richtigen Pflanzen diese unverzichtbaren Gartenhelfer unterstützen können.
Warum sind Hummeln so wichtige Bestäuber für den Garten?
Sobald die Tage wieder länger werden und sich das Thermometer langsam aus dem Minusbereich herausarbeitet, dauert es nicht mehr lange und die ersten Hummeln verlassen ihr Winterquartier. Dabei handelt es ausschließlich um Hummelköniginnen. Diese Zeit ist gerade für unsere früh blühenden Gehölze wie Obstbäume sehr wichtig. Denn schon bald sollte die Bestäubung der Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume stattfinden.
Vorteile von Hummeln als Bestäuber:
- Kälteresistenz: Arbeiten bereits bei 2-6°C, wenn Bienen noch inaktiv sind
- Vibrationsbestäubung: Schütteln Pollen durch Körpervibrationen aus den Blüten
- Effizienz: Bestäuben bis zu 300 Blüten pro Stunde
- Frühe Aktivität: Bereits ab März aktiv für Obstbaumblüte
- Allwettertauglichkeit: Fliegen auch bei leichtem Regen und Wind
Hummeln unterscheiden sich von anderen Bestäubern durch ihre Robustheit und Effizienz. Sie können auch bei kühlerem Wetter fliegen, wenn Bienen noch in ihren Stöcken bleiben. Ihre pelzige Behaarung isoliert sie gegen niedrige Temperaturen, und ihre kräftigen Flugmuskeln erzeugen Wärme durch Vibration.
Was macht eine Hummelkönigin im Frühjahr?
Es ist eine anstrengende Zeit für eine Hummelkönigin. Die Königin macht sich auf die Suche nach einer schönen Vertiefung für ihr Hummelnest. Allerdings wird dies für die Hummel immer schwieriger. Die industrielle Landwirtschaft, monotone Agrarlandschaft aber auch Überdünnung sorgen für ein Insektensterben in hoher Anzahl.
Zeitplan der Hummelkönigin im Frühjahr:
- März: Suche nach geeigneten Nistplätzen (Erdlöcher, Mäuselöcher)
- April: Eiablage von mehreren hundert Eiern
- Mai: Erste Larven schlüpfen und werden allein versorgt
- Ende Mai: Erste Arbeiterinnen schlüpfen nach 3 Wochen
Bereits im April legt die Königin einige Hundert Eier in ihr Nest ab. Zuerst müssen geeignete Fleckchen gefunden werden, wofür sie den März nutzt. Hierbei können klassische Erdlöcher dienlich sein oder auch verlassene Mäuselöcher. Die Königin arbeitet in dieser Phase völlig allein und ist dabei enormen Belastungen ausgesetzt.
Wie kann ich Hummeln in meinem Garten unterstützen?
Auch im Kleinen muss umgedacht werden, denn eines ist sicher: Die Gärten, die für eine Hummel in Frage kommen, sind im Laufe der Jahre immer weniger geworden. Unsere Gärten sind einfach zu ordentlich und auch zu strukturiert geworden. Das gefällt wie allen anderen Insekten auch der Hummel nicht. Futterquellen und Nistplätze entfallen im modernen Garten.
Praktische Unterstützungsmaßnahmen:
- Hummelhaus aufstellen: Schützt vor Witterung und bietet sicheren Nistplatz
- Hummeltränken anlegen: Zuckerlösung (1:10) als Energiequelle in schweren Zeiten
- Früh blühende Pflanzen: Krokusse, Weiden und Obstbäume für Nahrung ab März
- Wilde Ecken belassen: Unaufgeräumte Gartenbereiche bieten natürliche Nistplätze
- Erste Hilfe leisten: Erschöpfte Hummeln mit Zuckerlösung wieder stärken
Wer die Hummel in dieser schweren und anstrengenden Zeit unterstützen möchte, baut in der Werkstatt ein Hummelhaus. Wem das zu viel Arbeit ist, kann einfach einen Hummelhaus kaufen.
Gerade im arbeitsreichen Frühling und bevorstehenden Schlechtwetterphasen kommt es häufig vor, dass die sie nicht nur an ihre Grenzen kommt, sondern häufiger auch darüber hinaus geht. Zusätzliche Hummeltränken mit einer Zuckerlösung können die Königin und damit ihr ganzes Volk retten. Wenn Sie einer auf dem Boden liegenden Hummel begegnet, können Sie dieser häufig mit etwas Zuckerlösung leicht wieder in die Lüfte helfen. Es sieht sehr interessant aus, wenn Hummeln mit ihren langen Saugrüsseln trinken.
Wo sollte ein Hummelhaus stehen?
Der ideale Standort für ein Hummelhaus liegt im Schatten. Am besten steht das Hummelhaus unter einem Strauch, der den ganzen Tag Schatten spendet. Es wäre schön, wenn sich in der Nähe einige Stauden oder früh blühende Pflanzen befinden, damit sich die Hummel auch ernähren kann.
Optimaler Standort-Checkliste:
- Schattig: Ganztägiger Schatten unter Sträuchern oder Bäumen
- Trocken: Geschützt vor Regen und Bodenfeuchtigkeit
- Nahrhaft: 50-100m Entfernung zu Blütenpflanzen
- Ruhig: Wenig frequentierter Gartenbereich
- Windgeschützt: Keine starken Luftströmungen
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hummelkönigin den Hummelnistkasten bezieht, liegt bei etwa 25 Prozent. Diese Quote kann deutlich verbessert werden, indem Sie die Königin mit einem Glas einfangen und in den Hummelkasten setzen. Belassen Sie sie für circa 20 bis 30 Minuten im Hummelkasten, damit sie sich im Hummelnistkasten umsehen kann. Danach kann Sie ausfliegen. Umfliegt die Königin das Hummelhaus, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie ihr neues Nest akzeptiert.
Wie entwickelt sich ein Hummelstaat?
Nach einigen Tagen schlüpfen Larven, die dann von der Königin versorgt werden. Diese Arbeit wird von der Hummelkönigin ganz alleine bewältigt. Nach ungefähr einer Woche beginnen sich die ersten Larven zu verpuppen und bereits drei Wochen später schlüpfen die ersten Hummeln. Hierbei handelt es sich um Arbeiterinnen.
Entwicklungsphasen des Hummelstaates:
Phase 1 - Königinnenphase (März-Mai):
- Königin arbeitet völlig allein
- Versorgt Larven mit Nektar und Pollen
- Sondert Pheromone ab für Arbeiterinnen-Entwicklung
Phase 2 - Wachstumsphase (Mai-Juli):
- Erste Arbeiterinnen übernehmen alle Aufgaben
- Königin konzentriert sich nur noch auf Eiablage
- Hummelstaat wächst auf 50-400 Individuen
Die Hummelkönigin sondert bis in den Sommer hinein ein Pheromon ab, welches dafür sorgt, dass sich im Hummelnest nur Arbeiterinnen entwickeln. Die Arbeiterinnen übernehmen ab sofort sämtliche Arbeit und die Königin hat nur noch die Aufgabe der Eiablage. Der Hummelstaat wächst stetig an.
Was passiert am Ende des Hummeljahres?
Ab Juli wird die Hummel kein Pheromon mehr absondern und sie legt weibliche und männliche Eier ab. Jetzt entstehen aus den Hunderten von weiblichen Eiern neue Königinnen und auch Hunderte von Drohnen. Sowohl die jungen Königinnen als auch die Drohnen verlassen bereits einige Tage später den Hummelstaat. Zurück bleibt die Königin. Es gibt keine Arbeiterinnen mehr und der Hummelstaat stirbt.
Phase 3 - Fortpflanzungsphase (Juli-September):
- Stopp der Pheromon-Produktion
- Entwicklung neuer Königinnen und Drohnen
- Paarung und Verlassen des Nestes
- Alte Königin und Arbeiterinnen sterben
- Nur befruchtete Jungköniginnen überwintern
Kritischer Überlebenskreislauf:
Wenn also die nächste Generation es nicht schafft, Fuß zu fassen, war die Arbeit der Königin umsonst und der Zweig stirbt aus. Und wenn das zu häufig passiert, sterben die Hummeln aus und damit ein wichtiger Teil des Ökosystems. Denken Sie also daran, wenn Sie Ihren Garten gestalten, und richten Sie ihn insektenfreundlich ein.
Häufig gestellte Fragen zu Hummeln im Garten
Können Hummeln stechen?
Ja, aber nur weibliche Hummeln können stechen. Sie sind jedoch sehr friedlich und stechen nur bei direkter Bedrohung.
Wann sind Hummeln aktiv?
Hummeln sind von März bis Oktober aktiv, mit Hauptaktivität zwischen April und August.
Was unterscheidet Hummeln von Bienen?
Hummeln sind größer, pelziger und können bei kälteren Temperaturen fliegen. Sie produzieren keinen Honig, sind aber effizientere Bestäuber.
Wie erkenne ich eine müde Hummel?
Müde Hummeln liegen regungslos am Boden, krabbeln langsam oder können nicht mehr fliegen.
